Was ist Tantra?

Tantra ist keine Erfindung der heutigen Zeit.

Einst gab es Traditionen, die durch Körperarbeit das Göttliche auf Erden in jedem weckte. Das gab jedem einen gesunden Bezug zu seinen körperlichen Bedürfnissen. Hierbei wurde die Sinnlichkeit kultiviert. Es gab dem Erdenleben einen Sinn.

Die Lust am körperlichen Sein wurde von vielen Religionen und patriarchalischen Strukturen verteufelt. So dass Körper, Geist und Seele schwach wurden und anfällig für Krankheit und Verfall.

Heute wird das Leben so oft als Qual empfunden, behaftet mit Schuld und Scham, die uns von dem Göttlichen entfernten, unseren Schöpfergeist lähmten und unsere Seelen verdunkelten.

So wahr wir Menschen sind, sind wir aus Sexualität entstanden!

Die sexuelle Kraft existiert in jedem von uns, egal in welchem Alter, in welcher Lebenssituation. Ob wir uns ihrer bewusst sind oder nicht. Unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit hängen davon ab, ob wir fähig sind, unsere Lebenskräfte zu kanalisieren und auf ein lohnendes Ziel auszurichten.

Tantra ist eine Art von ganzheitlicher Energiearbeit und dient dazu, Blockaden und Muster aufzulösen. Es ist ein lebendiges Konzept der Liebe. Tantra löst Probleme der Liebe und Karma auf. Machen wir Tantra zu unserem neuen Hobby, erleben wir in liebevoller Verbundenheit, die Fülle. Satt sein löst alle Probleme.

Leider wird Tantra in der heutigen Zeit oft als eine Art Massage mit sexueller Dienstleistung angesehen. Das Internet ist voll von Pornografie. Die Filmindustrien lebt von sexuellem Frust und Übergriffen. Es gibt nichts mehr auf dem sexuellen Markt, was es nicht zu kaufen gäbe!

Doch diese Dinge haben nichts mit der sexuellen Energie zu tun, die eine der stärksten Lebensenergien überhaupt ist. Wenn wir ein ganzheitliches Konzept der Heilung verfolgen, müssen wir als Heiler auch unseren Körper und die sexuelle Funktion unsers Leibes, verbunden mit unseren seelischen Vorgängen kennen.

Tantra erleben bedeutet: Achtsamkeit und Wertschätzung gegenüber unserem Körper und der göttlichen Natur. Die Massage ist sicherlich ein wichtiger Teil des tantrischen Heilungssystems. Tantra ist aber auch eine Lebensphilosophie, durch die wir unsere göttliche Quelle, unseren Ursprung als körperliches Wesen auf Erden wiederentdecken.

Hier geht es um unser Sein in einer körperlichen, lustvollen Hülle

Diese wurde uns geschenkt. Wir sollen sie im Alltag nutzen, um Freude und Kreativität zu aktivieren.

Ein Tantriker genießt es, in seinem Körper zu sein.

Er ehrt den Körper als Tempel des Göttlichen und übt sich darin, den Körper immer feiner zu stimmen und immer präziser und genussfähiger wahrzunehmen.

Tantra verändert so unsere Leben. Depressionen, Süchte (Suchen) und Ängste transformieren sich in Lebensfreude. Wir erschaffen uns einen individuellen Raum, um unser Leben wieder in die richtigen Bahnen zu leiten.

Jeder von uns trägt ein Bild der Liebe und Sexualität in sich, eine Ikone von der erfüllenden Begegnung von Mann und Frau. Ein liebender Mensch zu sein, in aller Unschuld und im vollen Wissen zugleich, heißt im Prozess der Selbsterkenntnis zu stehen. Im Inneren auf der Suche nach der eigenen Quelle, im Außen auf der Suche nach der Aufgabe, dem eigenen, stärkenden Platz in der sozialen Gemeinschaft von Menschen, immer verbunden mit der Suche nach der eigenen spirituellen Identität.

euer Jürgen

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